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Bionicman - schweizer Superheld

zur Person: Michel Fornasier

Zunächst noch ein Hinweis in eigener Sache: dieser fotoMF-Blog-Beitrag ist der erste ohne eigene Fotos. Alle Fotos hier sind mit freundlicher Genehmigung von Michel Fornasier und mit dankenswerter Hilfe von Fränzi Baeriswyl eingestellt. Die Fotos sind auch auf Michels Homepage https://www.michelfornasier.com/ zu sehen. Diese Seite habe ich auch in meine Link-Liste aufgenommen. Der Umstand, dass erstmalig 'fremde Fotos' auf meiner Fotoseite veröffentlicht werden, ist  der unglaublichen Personality des Michel Fornasier geschuldet, dessen Leben und Lebensweg, soweit ich ihn kenne, mich unglaublich beeindruckt hat. Sehr gerne würde ich auch selbst einmal Fotos von Michel machen; vielleicht ergibt sich ja irgendwann noch eine Gelegenheit ... ?

Bereits bei seiner Geburt war offensichtlich, dass Michel Fornasier einen anderen Lebensweg beschreiten muss, als ihn die allermeisten Kinder gehen.

Michel wurde ohne rechte Hand geboren.

Er betont, wie wichtig seine Eltern für seinen jüngeren Bruder und für ihn waren, bedauert aber, dass sie mit den Problemen, welche die Dysmelie ihres Ältesten hervorrief, weitgehend alleine gelassen wurden.

Als Erwachsener erst im Bankenwesen tätig, ist Michel Fornasier jetzt als Botschafter für das Kinderhilfswerk 'Save the Children' unterwegs und hat es sich darüber hinaus zum Ziel gemacht, den Eltern gehandycapter Kinder die Hilfestellung zu bieten, die seinen Eltern seinerzeit verwehrt war.  Daneben wirbt er durch offensiven Umgang mit seinem 'Handycap' für Akzeptanz, Enttabuisierung und mit einem guten Maß an Humor und Selbstironie auch dafür, dass Menschen mit Dysmelie eben nicht als Aliens, sonder tatsächlich als das gesehen werden, was sie sind: ein ganz normaler Teil unserer Gesellschaft.

Nicht mehr. Aber ganz gewiss auch nicht weniger.

Es ist eben dieser hurmorvolle und offensive Umgang mit seinem Handycap, der den sympathischen Schweizer beim Vortragen seiner Herzensangelegenheiten über alle Maßen authentisch wirken lässt. Setzt er sich im Hauptberuf beim Kinderhilfswerk 'Save the Children' für die schutzwürdigsten Menschen der Weltgemeinschaft ein, ist es ihm daneben äußerst wichtig, den Menschen zur Seite zu stehen, die sein Schicksal teilen. Und selbst jemand wie ich, der Michel Fornasier (leider, muss ich sagen) nicht einmal persönlich kennt, spürt, mit wieviel Engagement und Herzblut er dies tut.

Da spielt es auch überhaupt keine Rolle, ob er dies als Redner einer Charity-Veranstaltung macht, im TV, Radio und Print-Medien Interviews gibt oder für das 'Stop-Mobbing'-Projekt mit seinen Bionicman-Comics in die Schulen geht. Dort genießt er dann zuweilen seinen Superhelden-Nimbus, den ihm seine jüngsten Zuhörer verleihen.

Der nunmehr 40-jährige Schweizer gibt bereitwillig und in bester Absicht seine Erfahrungen weiter und auch das, was er daraus gelernt hat.

In meinen Augen keinesfalls eine Selbstverständlichkeit. 

 

Die i-Limb Ultra Revolution

 

Diese hochmoderne Handprothese hat Michel Fornasier zu mehr Lebensqualität und Selbstbewusstsein verholfen und ist sicher auch für andere Betroffene Anreiz, ihre Lebensqualität auf ein völlig neues Level zu heben.

Es war allerdings ein langer und steiniger Weg dorthin: seine erste (Kinder-)Prothese war starr und diente lediglich kosmetischen Zwecken. Mit der zweiten, dann schon aktiven Prothese  konnte Michel dann Greifbewegungen machen. Schon ein Plus an Lebensqualität, war dies dem aktiven und technikaffinen Schweizer aber nicht genug. Er suchte nach mehr und wurde schließlich auf die High-Tech-Prothese i-Limb Ultra Revolution aus dem Hause Touch Bionics Inc. aufmerksam. 

Dieses hochmoderne Technologie-Wunder war für Michel eine Offenbarung und ermöglichte ihm in einer bis dahin nicht gekannten Weise seinen Alltag zu meistern. Zwei Elektroden im Schaft der Prothese reagieren auf sensibelste Muskelkontraktionen des aufgenommenen Armes. Daneben ist eine Steuerung per Smartphone-App möglich und der neueste Clou sind die Grip-Chips, welche die Prothese via Bluetooth ansteuern und die Finger situationsabhängig in eine bestimmte Position bringen, sobald eine Nahfeld-Kommunikation möglich ist. 

Genial und auch für mich vorstellbar, wie sehr sich dieses technische Wunderwerk auf die Lebensqualität der Trägerin oder des Trägers auswirkt.


Fast am Ende hier noch ein Hinweis auf Michel's Herzensangelegenheit, die Michel Fornasier Charity 'Give Children a Hand'

Es wäre anmaßend von mir zu behaupten, ich würde Michel Fornasier kennen. Tatsächlich kamen wir über die Business-Plattform Xing in Kontakt und schrieben uns ein paar Mal. So lernt man einen Menschen natürlich nicht wirklich kennen. Doch Michel hat einen starken ersten Eindruck bei mir hinterlassen. Und er hat meine Neugier geweckt. Gerne wollte ich mehr erfahren von diesem Menschen und genauso schnell spürte ich den Impuls, die Geschichte des Michel Fornasier in mein Umfeld zu tragen. Ich hoffe, dass mir dies mit diesem Blog-Beitrag gelingt, wünsche Michel alles Gute und reiche ihm zum Abschied die Hand - natürlich die Linke, denn wie ich erfahren habe, legt Michel großen Wert auf direkten menschlichen Kontakt bei dieser Geste. So sehr ihm auch sonst die i-Limb Ultra Revolution zu eigen geworden ist ...

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